Eine Lärmschutzwand ist eine Wand zwischen Lärmquelle und Empfänger, die die direkte Sichtlinie unterbricht. Schall erreicht den Empfänger dann nur noch durch Beugung über die Wandkrone.
Herkunft: Lärmschutzwände verbreiteten sich mit dem Ausbau von Autobahnen und Bahnstrecken. Ein einfaches Bemessungsverfahren geht auf Redfearn zurück, genauere Normen berücksichtigen auch die Wanddicke.
Anwendung: Die Wirkung hängt vom Beugungswinkel und vom Verhältnis der effektiven Höhe zur Wellenlänge ab. Eine Wand nahe der Quelle wirkt besser als eine weit entfernte. Eine zur Quelle geneigte Krone vergrößert den Winkel, eine absorbierende Oberfläche verhindert Reflexionen. Tiefe Frequenzen werden schlechter abgeschirmt.
Beispiel: Bei einem Beugungswinkel von 10°, einer effektiven Höhe von 3,81 m und 90 Hz ergibt sich eine Pegelminderung von etwa 10 dB.
Bezug zur Planung: Im Städtebau übernehmen oft Gebäude die Rolle einer Lärmschutzwand. Ein langer Baukörper parallel zu einer Straße oder Bahnlinie schützt die Rückseite und ihre Freiräume. Auf der lauten Seite liegen dann Nebenräume und Erschließung, auf der ruhigen Seite Schlafräume und Balkone. Gebäude quer zur Straße leiten den Schall dagegen in die Zwischenräume.
Typische Missverständnisse: Eine Lärmschutzwand wirkt nicht beliebig weit. Im Nahbereich ist der Schutz am größten, in größerer Entfernung lässt er nach. Auch die Höhe allein entscheidet nicht. Eine niedrige Wand nahe an der Quelle kann wirksamer sein als eine hohe weit entfernte. Ohne absorbierende Oberfläche wird der Schall auf die gegenüberliegende Seite reflektiert.
Verwandte Begriffe: Wellenlänge, Schalldruckpegel
Schreibe einen Kommentar