Das Schalldämm-Maß R beschreibt, wie gut ein Bauteil Luftschall zurückhält. Es ist der zehnfache Logarithmus des Kehrwerts des Transmissionsgrads: \(R = 10 \cdot \lg(1/\tau)\). Ein Bauteil mit 40 dB lässt nur ein Zehntausendstel der Energie durch.
Herkunft: Die Messung erfolgt im Prüfstand, in dem das Bauteil entkoppelt zwischen zwei Räumen sitzt: \(R = L_1 - L_2 + 10 \cdot \lg(S/A)\).
Anwendung: Das Schalldämm-Maß wird pro Terzband angegeben und zum bewerteten Schalldämm-Maß verdichtet. Laborwerte zeigen nur, was das Bauteil selbst kann. Im Gebäude kommt die Flankenübertragung hinzu, die Ergebnisse liegen dann darunter. Mit einem Strich gekennzeichnete Werte stammen aus Messungen am Bau.
Beispiel: 20 dB bedeuten, dass ein Hundertstel der Energie durchgeht, 10 dB ein Zehntel. 20 dB sind also nicht doppelt so gut, sondern lassen zehnmal weniger durch.
Bezug zur Planung: Für die Auswahl von Bauteilen sind Prüfwerte aus Datenblättern die Grundlage. Für das fertige Gebäude muss zusätzlich die Übertragung über die Flanken berücksichtigt werden. Bei zusammengesetzten Bauteilen aus Wand, Fenster und Tür wird ein resultierendes Schalldämm-Maß gebildet. Dabei werden die durchgelassenen Energien flächengewichtet gemittelt, nicht die Dezibelwerte selbst.
Typische Missverständnisse: Laborwerte werden oft mit dem Ergebnis am Bau gleichgesetzt. Am Bau fehlen meist einige Dezibel durch Flanken, Fugen und Ausführungsfehler. Ebenso unterschätzt wird die Wirkung kleiner Öffnungen. Ein Spalt mit wenigen Quadratzentimetern kann das resultierende Schalldämm-Maß einer hochwertigen Wand deutlich senken.
Verwandte Begriffe: Bewertetes Schalldämm-Maß, Massegesetz, Luftschall, Flankenübertragung
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