Schall bezeichnet mechanische Schwingungen eines elastischen Mediums, die sich als Welle ausbreiten. In Gasen wie Luft entsteht er durch Verdichtung und Verdünnung der Moleküle, in festen Körpern durch Verformungen des Materials. Hörbar ist Schall für Menschen etwa zwischen 20 Hz und 20 000 Hz.
Herkunft: Das Wort stammt aus dem Mittelhochdeutschen und bezeichnete ursprünglich lauten Klang oder Lärm. Die physikalische Beschreibung als Welle setzte sich mit der Akustik des 17. und 18. Jahrhunderts durch.
Anwendung: In der Bauphysik wird Schall nach dem Medium unterschieden: Luftschall in der Luft, Körperschall in Bauteilen. Beide gehen ineinander über. Eine Wand wird von Luftschall angeregt, leitet ihn als Körperschall weiter und strahlt ihn auf der anderen Seite wieder als Luftschall ab.
Beispiel: Ein Gespräch erzeugt in 1 m Abstand einen Schalldruckpegel von etwa 60 dB(A). Die Druckschwankung beträgt dabei nur einen winzigen Bruchteil des Luftdrucks.
Bezug zur Planung: Im Entwurf zeigt sich Schall in zwei Fragen. Die Raumakustik fragt, wie sich Schall innerhalb eines Raumes verteilt und wie lange er nachklingt. Die Bauakustik fragt, wie viel Schall von einem Raum in einen anderen oder von außen nach innen gelangt. Beide Fragen betreffen dieselbe Physik, verlangen aber gegensätzliche Maßnahmen: Im ersten Fall wird Schall gezielt gelenkt, im zweiten wird seine Weiterleitung unterbrochen. Akustische Mängel fallen oft nicht beim Bau auf, sondern erst im Betrieb, wenn eine Korrektur teuer wird.
Typische Missverständnisse: Schall ist keine Strömung von Luft, sondern eine Weitergabe von Druckschwankungen. Die Luftteilchen schwingen nur um ihre Ruhelage. Deshalb kann Schall durch eine dichte Wand gelangen, durch die keine Luft strömt. Ebenso falsch ist die Vorstellung, Schall gehe nur durch das Trennbauteil. Über angrenzende Bauteile findet er weitere Wege.
Verwandte Begriffe: Luftschall, Körperschall, Frequenz, Wellenlänge, Schalldruck
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