Die Sabine-Formel verknüpft die Nachhallzeit eines Raumes mit seinem Volumen und seiner äquivalenten Schallabsorptionsfläche: \(T = 0{,}163 \cdot V / A\), mit T in s, V in m³ und A in m².
Herkunft: Sie ist nach dem Physiker Wallace Clement Sabine benannt, der den Zusammenhang Ende des 19. Jahrhunderts aus Messungen in Hörsälen der Harvard University ableitete.
Anwendung: Die Formel dient zur ersten Abschätzung und zur Auslegung der Raumakustik. Rückwärts gelesen liefert sie die nötige Absorptionsfläche für eine Soll-Nachhallzeit: \(A = 0{,}163 \cdot V / T\). Für sehr große oder stark absorbierende Räume gibt es erweiterte Formeln. Aus ihr folgt, dass hohe Räume trotz kleiner Grundfläche hallig sein können.
Beispiel: Ein Raum mit 255 m³ und 22,8 m² Absorptionsfläche hat T = 1,82 s. Für 0,8 s sind 52 m² nötig.
Bezug zur Planung: Mit der Sabine-Formel lässt sich schon im Vorentwurf abschätzen, ob ein Raum ausreichend Absorption besitzt. Sie zeigt außerdem, welche Stellgrößen wirken: Ein größeres Volumen verlängert die Nachhallzeit, mehr Absorption verkürzt sie. Online-Akustikrechner beruhen auf derselben Formel und berechnen Ist- und Sollwerte pro Frequenzband.
Typische Missverständnisse: Die Formel setzt ein gleichmäßig verteiltes Schallfeld voraus. In Räumen mit stark ungleich verteilter Absorption, etwa nur an der Decke, oder in sehr langen Räumen weicht die tatsächliche Nachhallzeit ab. Für erste Abschätzungen genügt sie trotzdem. Oft wird auch vergessen, für jedes Frequenzband getrennt zu rechnen.
Verwandte Begriffe: Nachhallzeit, Äquivalente Schallabsorptionsfläche
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