Die Flankenübertragung bezeichnet die Schallübertragung zwischen zwei Räumen über Bauteile, die an das Trennbauteil anschließen, etwa Seitenwände, Decken und Böden. Luftschall regt diese Flanken an, sie leiten ihn als Körperschall weiter und strahlen ihn im Nachbarraum ab.
Herkunft: Berechnet wird sie nach EN 12354 und in Österreich nach ÖNORM B 8115-4. Die Wege werden mit Buchstabenpaaren wie Dd, Ff, Fd und Df bezeichnet.
Anwendung: Die Flankenübertragung erklärt, warum Messwerte im Gebäude unter den Laborwerten des Trennbauteils liegen. Pro Flanke gibt es drei Wege, bei vier Flanken mit dem Direktweg 13. Abhilfe schaffen schwere Flanken, Vorsatzschalen und elastische Anschlüsse.
Beispiel: Eine Stahlbetondecke mit rund 58 dB im Labor kann im Gebäude mit leichteren Wänden nur auf etwa 60 dB Standard-Schallpegeldifferenz kommen, obwohl ein Estrich sie zusätzlich verbessert.
Bezug zur Planung: Flankenübertragung wird im Entwurf durch die Wahl der Konstruktion beeinflusst. Schwere, durchgehende Flanken an einer leichten Trenndecke übertragen viel Schall. Leichte Flanken an einer schweren Decke ebenso. Vorsatzschalen auf den Flanken, getrennte Konstruktionen und elastische Anschlüsse im Trocken- und Holzbau verringern die Übertragung. Bauphysiksoftware berechnet alle Wege, für Prüfungen wird meist ein einzelner Weg von Hand gerechnet.
Typische Missverständnisse: Häufig wird nur das Trennbauteil betrachtet und dessen Laborwert als Ergebnis angenommen. Beim Rechnen der Wege passieren typische Fehler: falsche Kopplungslänge, das Volumen des Senderaums statt des Empfangsraums und Vorsatzschalen, die auf Wegen angerechnet werden, durch die sie nicht führen.
Verwandte Begriffe: Standard-Schallpegeldifferenz, Stoßstellendämmmaß, Kopplungslänge, Vorsatzschale
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