Bewertetes Schalldämm-Maß

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Das bewertete Schalldämm-Maß Rw ist ein Einzahlwert für die Luftschalldämmung eines Bauteils. Eine genormte Bezugskurve wird in ganzen dB-Schritten verschoben, bis die Unterschreitungen der Messkurve im Mittel höchstens 2 dB betragen. Der Wert der verschobenen Kurve bei 500 Hz ist Rw.

Herkunft: Das Verfahren ist in der Normenreihe EN ISO 717 geregelt. Die Bezugskurve entspricht ungefähr dem Verlauf eines massiven Bauteils.

Anwendung: Rw erlaubt einen schnellen Vergleich von Produkten und steht in Datenblättern und Anforderungen. Für massive Bauteile über 100 kg/m² gilt die Näherung \(R_w \approx 32{,}4 \cdot \lg m' - 26\) dB. Wie jeder Einzahlwert verdeckt Rw Einbrüche in einzelnen Frequenzbereichen.

Beispiel: Eine 20 cm dicke Stahlbetonwand mit 480 kg/m² erreicht nach der Näherung rund 61 dB.

Bezug zur Planung: Anforderungen an Außenbauteile und Türen werden in der OIB-Richtlinie 5 als bewertetes Schalldämm-Maß angegeben. Für massive Bauteile lässt sich Rw im Entwurf schnell aus der flächenbezogenen Masse abschätzen. Für Fenster, Leichtbauwände und Vorsatzkonstruktionen werden geprüfte Herstellerwerte verwendet. Spektrum-Anpassungswerte ergänzen Rw bei tieffrequentem Verkehrslärm.

Typische Missverständnisse: Die Bezugskurve darf nur in ganzen Dezibel verschoben werden. Wer in Zehntelschritten verschiebt, erhält einen nicht normgerechten Wert. Häufig wird außerdem vergessen, dass die Näherungsformel nur für massive, einschalige Bauteile gilt. Bei Glas oder Leichtbau liefert sie falsche Werte.

Verwandte Begriffe: Schalldämm-Maß, Massegesetz, Terzband

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