Poröser Absorber

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Ein poröser Absorber ist ein Material mit offenen, untereinander verbundenen Poren, in denen Schallenergie durch Reibung in Wärme umgewandelt wird. Typische Beispiele sind Mineralwolle, Holzfaserplatten, offenporige Schäume, Vorhänge und auch Publikum.

Herkunft: Die Bezeichnung beschreibt den Wirkmechanismus. Sie grenzt diese Gruppe von den Resonanzabsorbern ab, die über Schwingungen wirken.

Anwendung: Poröse Absorber wirken bei hohen Frequenzen gut, bei tiefen kaum. Direkt vor einer harten Wand ist die Bewegung der Luftteilchen null, maximal wird sie im Abstand einer Viertelwellenlänge. Ein Absorber mit Luftpolster dahinter erreicht deshalb auch tiefere Frequenzen. Geschlossenporige Schäume wirken nicht.

Beispiel: Eine 50 mm dicke Mineralfaserplatte direkt auf der Wand erreicht bei 500 Hz und 2000 Hz einen Absorptionsgrad von etwa 1,0, bei 125 Hz nur rund 0,29.

Bezug zur Planung: Poröse Absorber sind das gebräuchlichste Mittel gegen zu viel Nachhall. Sie werden als Deckenplatten, Wandpaneele, Deckensegel oder Hohlraumfüllung eingesetzt. Ihre Wirkung hängt von Dicke, Strömungswiderstand und Abstand zur Wand ab. Eine abgehängte Decke mit Mineralwolle im Hohlraum erreicht auch mittlere Frequenzen. In Räumen mit Bauteilaktivierung bieten Deckensegel einen Kompromiss zwischen Absorption und Kühlleistung.

Typische Missverständnisse: Oft wird angenommen, jeder Schaumstoff absorbiere Schall. Geschlossenzellige Schäume wie extrudiertes Polystyrol wirken kaum, weil der Schall nicht in die Poren eindringen kann. Auch eine Beschichtung mit dichter Farbe kann die Poren verschließen und die Wirkung zerstören. Gegen tiefe Frequenzen helfen dünne poröse Absorber nur wenig.

Verwandte Begriffe: Plattenschwinger, Helmholtz-Resonator, Schallabsorptionsgrad

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