Schallabsorptionsgrad

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Der Schallabsorptionsgrad α ist der Anteil der auf eine Fläche treffenden Schallenergie, der nicht zurückgeworfen wird. Er liegt zwischen 0 bei vollständiger Reflexion und 1 bei vollständiger Absorption. Reflexion, Absorption und Transmission ergeben zusammen immer eins.

Herkunft: Der Kennwert wird im Hallraum gemessen und für Oktav- oder Terzbänder angegeben. Hersteller nennen ihn in ihren Datenblättern.

Anwendung: Der Absorptionsgrad ist die Grundlage der Raumakustik. Mit ihm wird die äquivalente Schallabsorptionsfläche und daraus die Nachhallzeit berechnet. Er hängt stark von der Frequenz ab: Poröse Materialien absorbieren hohe Frequenzen gut, Resonatoren tiefe.

Beispiel: Unverputzter Beton hat bei 500 Hz einen Absorptionsgrad von etwa 0,02, ein schwerer Vorhang von 0,96. Fensterglas absorbiert bei 125 Hz mit 0,35 mehr als bei 2000 Hz mit 0,07.

Bezug zur Planung: Für die Auswahl von Oberflächen werden Absorptionsgrade pro Frequenzband verglichen. Ein Material, das bei 2000 Hz fast vollständig absorbiert, kann bei 125 Hz nahezu wirkungslos sein. Hersteller geben oft zusätzlich einen bewerteten Einzahlwert und eine Absorberklasse an. Für die Raumakustik zählt das Zusammenspiel aller Flächen und Einrichtungsgegenstände, auch von Möbeln und Personen.

Typische Missverständnisse: Absorption und Dämmung werden häufig verwechselt. Ein Absorber verringert den Nachhall im Raum, verbessert aber kaum den Schallschutz zum Nachbarraum. Eine schwere Betonwand dämmt dagegen gut und absorbiert fast nichts. Auch gilt ein Absorptionsgrad nur für die Einbausituation, in der er gemessen wurde, etwa mit oder ohne Wandabstand.

Verwandte Begriffe: Äquivalente Schallabsorptionsfläche, Nachhallzeit, Poröser Absorber

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