Äquivalente Schallabsorptionsfläche

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Die äquivalente Schallabsorptionsfläche A ist eine gedachte Fläche mit dem Absorptionsgrad 1, die genauso viel Schall schluckt wie alle Oberflächen und Gegenstände eines Raumes zusammen. Sie wird aus \(A = \sum_i \alpha_i \cdot S_i\) berechnet und in m² angegeben.

Herkunft: Die Größe geht auf die Untersuchungen zur Nachhallzeit zurück, die Wallace Clement Sabine Ende des 19. Jahrhunderts durchführte.

Anwendung: A ist das Bindeglied zwischen Material und Raumwirkung. Über die Sabine-Formel bestimmt sie die Nachhallzeit. In der Bauakustik korrigiert sie Messungen, weil der Pegel im Empfangsraum von dessen Halligkeit abhängt. Weil α frequenzabhängig ist, gibt es für jedes Frequenzband ein eigenes A.

Beispiel: 20 m² Glas mit α = 0,35 und 60 m² verputzte Ziegelwand mit α = 0,02 ergeben bei 125 Hz A = 7,0 + 1,2 = 8,2 m².

Bezug zur Planung: Im Entwurf wird A genutzt, um die nötige Menge an Absorbern zu bestimmen. Aus der Soll-Nachhallzeit folgt mit der Sabine-Formel die erforderliche Fläche, aus dem Vergleich mit dem Bestand die fehlende Absorption. Geteilt durch den Absorptionsgrad eines Produkts ergibt sich die nötige Absorberfläche. Digitale Akustikrechner führen diese Rechnung pro Frequenzband durch.

Typische Missverständnisse: A wird gelegentlich mit der Raumoberfläche verwechselt. Sie ist meist viel kleiner, weil harte Flächen kaum absorbieren. Auch wird übersehen, dass Personen und Bestuhlung erheblich beitragen. Ein leerer Raum hat eine deutlich kleinere Absorptionsfläche als ein voll besetzter.

Verwandte Begriffe: Schallabsorptionsgrad, Nachhallzeit, Sabine-Formel

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