Die Standard-Schallpegeldifferenz DnT ist die Differenz der Schallpegel zwischen Sende- und Empfangsraum, bezogen auf eine Nachhallzeit von 0,5 s im Empfangsraum. Als bewerteter Einzahlwert DnT,w enthält sie die Übertragung durch das Trennbauteil und über alle Flanken.
Herkunft: Der Kennwert beschreibt den tatsächlich erreichten Schallschutz am Bau. Er ist in Österreich die Anforderungsgröße der OIB-Richtlinie 5 für den Schallschutz innerhalb von Gebäuden.
Anwendung: Berechnet wird DnT,w als energetische Summe aller Wege: \(D_{nT,w} = -10 \cdot \lg \sum_i 10^{-D_i/10}\). Maßgeblich ist das Volumen des Empfangsraums. Zwischen Aufenthaltsräumen verschiedener Nutzungseinheiten verlangt die OIB-Richtlinie 5 mindestens 55 dB.
Beispiel: Bei einer Decke mit 67,3 dB im Direktweg und vier Flanken ergibt sich nach Summe aller Wege eine Standard-Schallpegeldifferenz von 60,0 dB.
Bezug zur Planung: Die Standard-Schallpegeldifferenz ist der Wert, an dem ein fertiges Gebäude gemessen wird. Schon im Entwurf sollte geprüft werden, welche Wege ihn begrenzen. Liegt der Direktweg deutlich höher als die Gesamtsumme, dominieren die Flanken. Dann hilft eine bessere Trenndecke wenig, wirksamer sind Maßnahmen an den Wänden. Die Mindestwerte der OIB-Richtlinie 5 sind kein Qualitätsziel, sondern eine Untergrenze.
Typische Missverständnisse: Die Standard-Schallpegeldifferenz wird gelegentlich mit dem Schalldämm-Maß verwechselt. Das Schalldämm-Maß beschreibt ein Bauteil, die Standard-Schallpegeldifferenz die Situation zwischen zwei Räumen. In den Wegformeln steht ein Abzug von 5 dB, dessen Herkunft in der Normung nicht dokumentiert ist. Er wird in jeder Formel mitgerechnet.
Verwandte Begriffe: Flankenübertragung, Schalldämm-Maß, Stoßstellendämmmaß
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