Die Koinzidenzfrequenz ist die Frequenz, ab der die Biegewellenlänge einer Platte mit der Spurwellenlänge des schräg auftreffenden Luftschalls übereinstimmt. Die Platte schwingt dann besonders leicht mit, und die Schalldämmung zeigt einen deutlichen Einbruch.
Herkunft: Der Effekt wird auch Spuranpassung genannt. Er wurde in der Mitte des 20. Jahrhunderts systematisch beschrieben und gehört seither zu den Grundlagen der Bauakustik.
Anwendung: Die Koinzidenzfrequenz berechnet sich aus \(f_g = \frac{c^2}{2\pi} \sqrt{\frac{m'}{B}}\) mit der Biegesteifigkeit \(B = E \cdot d^3 / 12\). Bei dicken massiven Bauteilen liegt sie unter 100 Hz und damit außerhalb des bauakustischen Bereichs. Bei dünnen, steifen Platten liegt sie mitten im Hörbereich.
Beispiel: 25 cm Beton haben eine Koinzidenzfrequenz von etwa 78 Hz, 8 mm Glas von rund 1560 Hz, mitten in der Sprache.
Bezug zur Planung: Die Koinzidenzfrequenz ist bei Verglasungen und dünnen Platten ein zentrales Planungskriterium. Schallschutzverglasungen verwenden deshalb unterschiedlich dicke Scheiben, damit ihre Einbrüche nicht bei derselben Frequenz liegen. Verbundglas mit einer akustisch wirksamen Folie dämpft die Biegeschwingungen zusätzlich. Bei massiven Bauteilen liegt die Koinzidenz meist so tief, dass sie keine Rolle spielt.
Typische Missverständnisse: Eine dickere Platte verbessert die Dämmung nicht immer. Mit zunehmender Dicke steigt zwar die Masse, gleichzeitig sinkt die Koinzidenzfrequenz und kann in einen ungünstigen Bereich rücken. Bei mittelschweren Bauteilen wie dünnen Porenbetonwänden kann der Einbruch mitten im bauakustischen Bereich liegen.
Verwandte Begriffe: Massegesetz, Schalldämm-Maß, Wellenlänge
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