Eine Vorsatzschale ist eine biegeweiche Schale, etwa aus Gipskarton, die über eine federnde Schicht vor ein massives Bauteil gesetzt wird. Auch ein schwimmender Estrich wirkt auf der Decke als Vorsatzschale.
Herkunft: Vorsatzschalen werden im Neubau und vor allem in der Sanierung eingesetzt, um die Schalldämmung bestehender Wände zu verbessern.
Anwendung: Die Verbesserung ΔRw hängt von der Resonanzfrequenz ab. Liegt sie bei höchstens 80 Hz, gilt laut Normtabelle \(\Delta R_w = 35 - R_w/2\). Ab etwa 200 Hz wird die Wirkung negativ. Bei der Flankenübertragung verbessert eine Vorsatzschale nur die Wege, die durch sie führen. Zwei Vorsatzschalen im selben Weg werden mit dem größeren Wert voll und dem kleineren zur Hälfte angesetzt.
Beispiel: Eine Gipskartonplatte mit 22,5 kg/m² auf Glaswolle mit s′ = 7,5 MN/m³ hat eine Resonanzfrequenz von etwa 92 Hz.
Bezug zur Planung: Vorsatzschalen sind ein wirksames Mittel, um bestehende Massivwände akustisch zu verbessern, ohne sie abzubrechen. Sie werden freistehend oder mit federnden Abhängern montiert und mit Mineralwolle hinterfüllt. Auf flankierenden Wänden verringern sie die Flankenübertragung. Wichtig ist eine umlaufend elastische Anbindung an Boden, Decke und Nachbarwände.
Typische Missverständnisse: Eine Vorsatzschale wirkt nur bei richtig abgestimmter Resonanzfrequenz. Liegt diese zu hoch, wird die Dämmung schlechter statt besser. Bei der Berechnung der Flankenübertragung wird außerdem häufig eine Vorsatzschale angerechnet, die gar nicht im betrachteten Weg liegt, etwa auf der Nachbarseite einer Wand.
Verwandte Begriffe: Zweischaliges Bauteil, Resonanzfrequenz, Flankenübertragung, Schwimmender Estrich
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