Luftschall

Verfasst von

in

Luftschall ist Schall, der sich in der Luft als Längswelle aus Verdichtung und Verdünnung ausbreitet. Sprache, Musik und Verkehrslärm erreichen das Ohr als Luftschall.

Herkunft: Die Unterscheidung zwischen Luftschall und Körperschall ist eine Grundeinteilung der Bauakustik. Sie richtet sich danach, wo der Schall entsteht und in welchem Medium er sich zuerst ausbreitet.

Anwendung: Die Luftschalldämmung von Wänden, Decken, Fenstern und Türen wird mit dem Schalldämm-Maß beschrieben. Trifft Luftschall auf ein Bauteil, wird ein Teil reflektiert, ein Teil absorbiert und ein Teil durchgelassen. Im Gebäude gelangt er zusätzlich über die Flanken in den Nachbarraum.

Beispiel: Ein Fernseher im Wohnzimmer erzeugt Luftschall. Die Wohnungstrennwand wird dadurch angeregt und gibt einen kleinen Teil davon in die Nachbarwohnung ab.

Bezug zur Planung: Luftschallschutz betrifft vor allem Wohnungstrennwände, Geschossdecken, Fenster und Türen. Maßgeblich sind die Masse der Bauteile, die Dichtheit von Fugen und die Ausbildung der Anschlüsse. In Österreich legt die OIB-Richtlinie 5 Mindestwerte für die Standard-Schallpegeldifferenz zwischen Räumen und für die Dämmung der Außenbauteile fest. Die Anforderungen an Außenbauteile richten sich nach dem Außenlärmpegel am Standort, getrennt nach Tag und Nacht.

Typische Missverständnisse: Luftschall und Trittschall werden gern verwechselt. Schritte auf einer Decke erzeugen Körperschall, nicht Luftschall, und werden mit einem eigenen Kennwert bewertet. Auch wirkt eine gute Luftschalldämmung nur, wenn alle Teile einer Fläche dicht sind. Schon kleine Undichtigkeiten in einer Fuge lassen viel Luftschall durch.

Verwandte Begriffe: Schall, Körperschall, Schalldämm-Maß, Flankenübertragung

Kommentare

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert