Trittschall ist Körperschall, der durch Gehen, Springen, Stühlerücken oder fallende Gegenstände auf einer Decke entsteht. Er wird über die Decke und die angrenzenden Bauteile in darunterliegende oder benachbarte Räume abgestrahlt.
Herkunft: Weil jeder Mensch anders geht, wird Trittschall für Messungen mit einem genormten Hammerwerk erzeugt, das Gewichte mit konstanter Frequenz fallen lässt.
Anwendung: Bewertet wird er als Norm-Trittschallpegel im Raum darunter. Die wichtigste Maßnahme ist die Entkopplung durch einen schwimmenden Estrich. Weiche Beläge wie Teppich helfen zusätzlich, dürfen aber im Nachweis nicht angerechnet werden, weil sie entfernt werden können. Grenzwerte stehen in der OIB-Richtlinie 5.
Beispiel: Kinder, die springen, regen eine Decke anders an als Erwachsene und werden vom Nachbarn darunter oft als lauter empfunden.
Bezug zur Planung: Trittschallschutz ist im Wohnbau eines der häufigsten Streitthemen. Neben dem schwimmenden Estrich zählen saubere Randanschlüsse, entkoppelte Treppen und ein durchdachter Leitungsverlauf. Bei Sanierungen ist Vorsicht geboten, wenn weiche Beläge durch Fliesen oder Parkett ersetzt werden. Dann können verdeckte Mängel plötzlich hörbar werden.
Typische Missverständnisse: Trittschall wird oft mit Luftschall gleichgesetzt. Eine Decke kann Luftschall gut dämmen und trotzdem viel Trittschall übertragen. Ebenso wird überschätzt, was ein Teppich dauerhaft leistet. Weil er entfernt werden kann, darf er im Nachweis nicht angerechnet werden.
Verwandte Begriffe: Norm-Trittschallpegel, Schwimmender Estrich, Körperschall
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