Die dynamische Steifigkeit s′ beschreibt die Federsteifigkeit einer Dämm- oder Luftschicht pro Fläche bei schnellen Schwingungen. Sie berechnet sich aus dem dynamischen Elastizitätsmodul und der Dicke: \(s' = E_{dyn} / d\), angegeben in MN/m³.
Herkunft: Der dynamische Elastizitätsmodul wird an Dämmstoffen unter schwingender Belastung gemessen. Hersteller geben ihn oder direkt s′ für Trittschall– und Wanddämmstoffe an.
Anwendung: s′ bestimmt zusammen mit der Masse der Schale die Resonanzfrequenz von Vorsatzschalen, Plattenschwingern und schwimmenden Estrichen. Eine dickere oder weichere Schicht senkt s′ und damit die Resonanzfrequenz. Die Dichte der Dämmschicht geht nicht ein. Für Luftschichten wird mit E = 140 000 Pa gerechnet.
Beispiel: Eine Trittschalldämmung mit Edyn = 0,5 MN/m² und 5 cm Dicke hat \(s' = 0{,}5 / 0{,}05 = 10\) MN/m³.
Bezug zur Planung: Bei der Auswahl von Trittschalldämmplatten ist s′ das wichtigste Kriterium. Je kleiner der Wert, desto besser dämmt der schwimmende Estrich. Gleichzeitig muss die Dämmung die Lasten des Estrichs und der Nutzung tragen. Weiche Dämmstoffe sind deshalb nicht überall einsetzbar. Für Vorsatzschalen gilt Ähnliches: Mineralwolle mit geringer Steifigkeit senkt die Resonanzfrequenz.
Typische Missverständnisse: Die dynamische Steifigkeit wird gelegentlich mit der Druckfestigkeit verwechselt. Ein druckfester Dämmstoff kann akustisch ungünstig steif sein. Auch die Dichte des Dämmstoffs sagt nichts über s′ aus. Entscheidend sind der dynamische Elastizitätsmodul und die Dicke.
Verwandte Begriffe: Resonanzfrequenz, Vorsatzschale, Schwimmender Estrich, Plattenschwinger
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