Resonanzfrequenz

Verfasst von

in

Die Resonanzfrequenz ist die Frequenz, bei der ein schwingungsfähiges System besonders stark auf eine Anregung reagiert. In der Akustik betrifft das vor allem Masse-Feder-Systeme aus zwei Schalen und einer federnden Schicht.

Herkunft: Der Begriff stammt aus der allgemeinen Schwingungslehre. Das lateinische resonare bedeutet widerhallen.

Anwendung: Resonanzen wirken je nach Ziel unterschiedlich. Bei Absorbern wie Plattenschwingern und Helmholtz-Resonatoren werden sie genutzt, um tiefe Frequenzen zu schlucken. Bei Vorsatzschalen, zweischaligen Wänden und schwimmenden Estrichen sind sie ein Schwachpunkt und sollen möglichst tief liegen. Für biegeweiche Schalen vor schweren Bauteilen gilt \(f_0 \approx 160 \cdot \sqrt{s'/m'}\).

Beispiel: Ein Estrich mit 90 kg/m² auf einer Trittschalldämmung mit s′ = 10 MN/m³ hat eine Resonanzfrequenz von rund 53 Hz.

Bezug zur Planung: Die Resonanzfrequenz ist bei allen mehrschaligen Aufbauten ein Planungswert. Sie wird über die Masse der Schalen und die Steifigkeit der Zwischenschicht eingestellt. Schwerere Schalen und weichere Dämmstoffe senken sie. Für Vorsatzschalen und schwimmende Estriche gilt eine Resonanzfrequenz von höchstens 80 Hz als günstig, weil sie dann unter dem bauakustisch bewerteten Bereich liegt.

Typische Missverständnisse: Resonanz ist in der Bauakustik meist unerwünscht, in der Raumakustik dagegen nützlich. Diese Doppelrolle führt zu Missverständnissen. Ebenso wird oft die falsche Formel verwendet: Für eine biegeweiche Schale vor einer schweren Wand gilt die vereinfachte Form, bei der die schwere Masse wegfällt.

Verwandte Begriffe: Plattenschwinger, Vorsatzschale, Dynamische Steifigkeit, Zweischaliges Bauteil

Kommentare

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert