Ein schwimmender Estrich ist eine Estrichplatte, die auf einer Trittschalldämmung liegt und weder mit der Rohdecke noch mit den Wänden starr verbunden ist. Akustisch bildet er ein Masse-Feder-System und wirkt auf der Decke wie eine Vorsatzschale.
Herkunft: Die Bauweise ist im Wohnbau Standard. Als Dämmlagen dienen expandiertes Polystyrol, Steinwolle, Glaswolle oder Schüttungen.
Anwendung: Der schwimmende Estrich senkt den Trittschall und verbessert die Luftschalldämmung der Decke. Seine Resonanzfrequenz folgt vereinfacht aus \(f_0 \approx 160 \cdot \sqrt{s'/m'}\). Entscheidend ist die Ausführung: Randdämmstreifen, keine Leitungen in der Dämmlage, keine Schallbrücken an Türzargen oder durch Fliesenkleber.
Beispiel: Ein Zementestrich von 4,5 cm mit 90 kg/m² auf einer Dämmung mit s′ = 10 MN/m³ erreicht eine Resonanzfrequenz von rund 53 Hz.
Bezug zur Planung: In der Planung wird der Aufbau des Fußbodens früh festgelegt, weil er Höhen, Türschwellen und Leitungsführung bestimmt. Leitungen sollten in einer Ausgleichsschüttung unter der Trittschalldämmung liegen, damit die Dämmung in voller Stärke durchläuft. Fußbodenheizungen werden auf Systemplatten verlegt, deren Durchführungen ebenfalls entkoppelt sein müssen. Große Flächen brauchen Bewegungsfugen.
Typische Missverständnisse: Der häufigste Mangel ist eine Schallbrücke am Rand oder an einer Durchdringung. Ein Fliesenleger, der Fugen mit Kleber füllt, oder ein Türstock, dessen Quersteg im Estrich eingegossen bleibt, machen die Entkopplung zunichte. Viele kleine Fehler summieren sich, im schlimmsten Fall muss der Boden erneuert werden.
Verwandte Begriffe: Trittschall, Randdämmstreifen, Vorsatzschale, Dynamische Steifigkeit
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