Ein Hochhaus und ein Tempelturm stehen beide für Rang. Die Vertikale gehört zu den ältesten Mitteln, Bedeutung sichtbar zu machen. Erich Lehner fragt nicht nur, ob ein Bau hoch ist, sondern wie er diese Wirkung herstellt. [Abbildung: Schema der Vertikalität durch Gliederung am Beispiel eines Turmpaares.]
Je höher der Rang, desto mehr vertikale Elemente
Eine einfache Regel lautet: Je höher der Rang eines Gebäudes, desto mehr vertikale Elemente setzt man ein. Vertikalität entsteht durch Ecktürme und Turmpaare. Italienische Kirchen mit Turmpaaren dienen als Beispiele, die Namen sind nicht eindeutig [prüfen].
Wiederaufbau folgt oft der alten Form. Große Bauwerke werden nach Schäden in ihrer ursprünglichen Gestalt wiedererrichtet, auch wenn die Bausubstanz geschwächt ist.
Vertikalität durch Addition
Die Addition gleicher Bauteile gilt als gefährlichste Methode. Gleiche Elemente, etwa Geschosse oder Gliederungen, werden übereinander gesetzt, und nach oben nimmt die Breite ab. Das Auge liest die Höhe stärker, als sie tatsächlich ist. Von einer Vertikalisierung durch Perspektive ist die Rede.
Gliederung im Bauwerk
Vertikalität wirkt auch innerhalb eines Gebäudes. Die Mandapa genannte Versammlungshalle ist horizontal angelegt, der Raum für die Gottheit erhebt sich darüber. Wer das Bauwerk betritt, erkennt den wichtigeren Teil ohne Fachwissen, [prüfen].
Eine Formulierung des amerikanischen Architekten Louis Sullivan wird angeführt. Im Essay „The Tall Office Building Artistically Considered“ (1896) heißt es, ein hohes Gebäude müsse „every inch a proud and soaring thing“ sein (Quelle: readingdesign.org, Abruf 23.10.2026). Die Quelle ist bestätigt.
Dreiteilung des Baukörpers
Die Candi genannten Sakralbauten Javas gliedern ihren Aufbau in drei Zonen: Sockel, Wand und Dach. Bei Borobudur entsprechen die Zonen den Welten der Begierden, der Formen und der Formlosigkeit [prüfen]. Abbildungen zeigen die Dreiteilung an mehreren Candis [Abbildung: Folie 06, S. 34–39]. Die Stufen werden als Abfolge vom Irdischen zum Himmlischen gedeutet [prüfen].
Zahlen und Rang
Ungerade Zahlen gelten als bestimmt und hoch, gerade als beliebig und wiederholbar. Bei Schreinen und Stufen drückt die Anzahl den Rang aus. Diese Aussage ist im Literaturabgleich nicht belegt [prüfen].
Offene Frage
Vertikalität ist demnach Ordnung, nicht bloß Höhe. Wie lässt sich Rang vertikal ausdrücken, wenn die Höhe nicht mehr das Zeichen ist?
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